Mobilität für alle!

Der Verein „Beziehungsweise Lernen“ verbindet Deutschlernen mit Praxiswissen – zum Beispiel zur Nutzung von Öffis. Da kommt der Klimabündnis-Workshop „Ich bin mobil“ genau richtig!
Unterrichtsmaterialien auf Tisch
Bunte Menschenfiguren bilden einen Baum
Logo Beziehungsweise lernen

Was macht der Verein „Beziehungsweise Lernen“?

Der Verein „Beziehungsweise Lernen“ bietet vielfältige Sprach- und Integrationsprogramme an. Durch die Kombination von Sprachtraining und Sozialarbeit entsteht ein abwechslungsreiches und praxisnahes Angebot.

Das Deutschtraining „Deutsch als Freundinsprache“ findet fünfmal jährlich statt. Hier werden alternative Lernformate angeboten, bei denen beispielsweise gemeinsam gekocht oder die Stadt erkundet wird. Mehrmals im Jahr wird im Rahmen des Deutschtrainings auch der Workshop „Ich bin mobil“ vom Klimabündnis Tirol umgesetzt.

Junge Frau steht vor einem Whiteboard
Lena Mittermaier im Deutschkurs

Im Interview

Lena MittermaierLena unterrichtet beim Verein „Beziehungsweise Lernen“ in Innsbruck

Wie stehst du zu den Öffis in Innsbruck?

Ich persönlich empfinde Innsbruck als eine sehr „Öffi-freundliche“ Stadt. Für mich besteht keinerlei Bedarf, ein eigenes Auto anzuschaffen, da es im Alltag gar nicht notwendig ist. Im Gegenteil: Ich nutze die öffentlichen Verkehrsmittel sehr gerne, sowohl innerhalb der Stadt als auch in ganz Tirol. Die Anbindung ist gut und die Nutzung unkompliziert. Auch mit dem Fahrrad fahre ich gerne, am liebsten in den warmen Monaten.

Gleichzeitig merke ich, dass viele Menschen nicht genau wissen, welche Ticketangebote es gibt oder welches Ticket für ihre Situation am besten geeignet ist. Genau hier ist der Austausch im Workshop besonders wertvoll, da viele Teilnehmende voneinander lernen und wichtige Informationen erhalten.

Was gefällt dir am Workshop? 

Mir gefällt besonders, dass Irene (die Referentin von Klimabündnis Tirol) den Workshop sehr abwechslungsreich und lebendig gestaltet. Sie arbeitet mit unterschiedlichen Methoden und Übungen, wodurch der Workshop nie eintönig wirkt. Dabei verwendet sie ansprechend gestaltete Materialien, die das Lernen erleichtern und die Aufmerksamkeit der Teilnehmenden fördern.

Außerdem sind die behandelten Inhalte sehr praxisnah und orientieren sich an der aktuellen Lebenswelt der Menschen.

Die Teilnehmer:innen reflektieren ihr eigenes Verhalten sowie ihre Einstellungen dazu. Außerdem lernen sie die Vor- und Nachteile verschiedener Verkehrsmittel kennen und erfahren, wie sie diese in Innsbruck kostengünstig nützen können.

 

 

Warum das Thema Mobilität?

Ich buche den Workshop sehr gerne, weil das Thema Mobilität aus vielen unterschiedlichen Perspektiven betrachtet wird. Es wird über verschiedene Verkehrsmittel gesprochen, was zahlreiche Gesprächsanlässe schafft und den Austausch innerhalb der Gruppe fördert.

Die Teilnehmenden kommen schnell ins Gespräch, teilen ihre Meinungen und berichten sowohl von ihren Erfahrungen aus ihren Herkunftsländern als auch von ihren aktuellen Lebenssituationen in Innsbruck. Dadurch entsteht ein lebendiger Dialog, der nicht nur sprachlich, sondern auch sozial sehr wertvoll ist.

Der Workshop stärkt das gegenseitige Verständnis und fördert die aktive Teilnahme aller.

Frau legt bunte Zettel auf Tisch
Malinka, begeisterte Teilnehmerin von "Ich bin mobil"

Stimmen der Teilnehmer:innenMalinka aus Marokko

Was hast du Neues gelernt im Workshop?

Ich habe das erste Mail von der Sparschiene der ÖBB gehört. Wir müssen in ein paar Wochen wie jedes Jahr zur Botschaft nach Wien fahren, da werden wir jedenfalls versuchen, so ein günstiges Ticket zu buchen.

Wie bist du in Innsbruck mobil?

Ich fahre sehr gern mit dem Fahrrad, zum Einkaufen, aber auch zum Fußball spielen. Ich gehe aber auch oft zu Fuß. Für längere Strecken in der Stadt – zum Beispiel zu meinen zwei Arbeitsplätzen – nehme ich die Straßenbahn und den Bus.

Wir haben auch ein Auto, ich fahre aber nicht so gern damit. Ich finde auch, dass es sehr viel Arbeit macht. Und Radfahren ist natürlich viel gesünder!

Frau hält Bild von Bus und Zettel mit Aufschrift "laut" in der Hand
Ekaterina fährt gern Bus, findet es aber manchmal laut.

Ekaterina aus Bulgarien

Wie findest du den öffentlichen Verkehr in Innsbruck?

Ich wohne in Kranebitten und komme von dort überall hin – egal, ob mit dem T-Bus nach Völs zum Cyta, mit der 2er Straßenbahn zum Billa, oder mit dem Bus 469 nach Hall zu Freunden. Zum Deutschkurs kann ich sozusagen vor der Haustüre aussteigen. Im Vergleich zu Bulgarien ist das Ticketsystem sehr praktisch. Die Monatskarte gilt für alle Verkehrsmittel.

Was gefällt dir nicht so gut?

Ich mag es nicht, wenn manche Menschen laut telefonieren im Bus oder in der Straßenbahn. In den Bussen funktioniert leider auch immer wieder die Klimaanlage nicht.

Was hast du Neues gelernt?

Ich habe heute gehört,  dass es auch ein spezielles Jahresticket des VVT für Menschen gibt, die wenig verdienen. Das wissen viele Menschen leider nicht.

Ich kenne mich sonst schon sehr gut aus mit dem Öffi-System. Der Workshop hat aber trotzdem viel Spaß gemacht. Es ist interessant, wie unterschiedlich wir alle wahrnehmen. Was wir laut, leise, schnell oder langsam finden.

Vier Frauen mit Bildern von Verkehrsmitteln in der Hand stehen vor Plakat, das am Boden liegt
Zu Fuß, mit Fahrrad, Bus oder Straßenbahn – so sind die Workshopteilnehmerinnen mobil

Die Eckdaten von „Ich bin mobil“ – Öffi-Workshop für Menschen mit Migrationshintergrund

Der öffentliche Verkehr ist für Migrant:innen in vielen Fällen die einzige Möglichkeit, mobil zu sein, allerdings sind dabei oft einige Hürden zu überwinden.

Der Hauptaugenmerk des Kurses liegt auf dem Spracherwerb. Daher wird der Workshop vor allem im Rahmen von Deutschkursen durchgeführt. Neben Vokabeln und Fahrplanlesen stehen interaktive Spiele zu Öffis und Klimaschutz auf dem Programm. Mit dem Theorieteil, sowie einem optionalen Besuch eines Bahnhofs/Bushaltestelle, bietet der Kurs Menschen mit Migrationshintergrund eine gute Möglichkeit, um zukünftig mobiler zu sein.

Die Teilnehmer:innen erhalten eine Broschüre, die in Form eines Bilderbuchs erklärt, wie man im Tirol mit Zug und Bus mobil ist. Die Broschüre ist in mehreren Sprachen bei Klimabündnis Tirol erhältlich. Der Workshop kann von Gemeinden, Vereinen und Institutionen gebucht werden.

Zeitrahmen

Der Theorieteil kann zeitlich flexibel an die bestehende Kursstruktur angepasst werden – zwischen 2 und 3 Unterrichtseinheiten à 50 Minuten. Danach kann auf Wunsch eine Exkursion an einen Bahnhof oder eine Bushaltestelle durchgeführt werden.

Kosten

Es steht ein kostenloses Kontingent von 5 Workshops pro Jahr zur Verfügung.

Projektpartner

Die Workshops wurden im Rahmen des Interreg IV A Italien-Österreich Projekts „Mobilität ohne Barrieren“ entwickelt. Die Durchführung wird vom Land Tirol gefördert.

Kontakt

Irene Milewski