Hitzeschutztag Klagenfurt 2026

2. Kärntner Hitzeschutz-Aktionstag am 10. Juni vor vollem Haus

Im kärnten.museum fand bereits zum zweiten Mal der Kärntner Hitzeschutz-Aktionstag des Klimabündnis Kärnten in Kooperation mit dem Land Kärnten statt. Vor über 100 Besucher:innen wurden zahlreiche Projekte und Initiativen zum Hitzeschutz präsentiert. Die Thematik ist aktueller denn je: 2026 war der trockenste Frühling der Messgeschichte, und bereits im Mai wurden zahlreiche Hitzerekorde in ganz Europa verzeichnet.

Ziel der Veranstaltung war es, das Bewusstsein für die zunehmenden gesundheitlichen Risiken durch Hitze zu schärfen und konkrete Schutzmaßnahmen aufzuzeigen. Die Landessanitätsdirektion erläuterte dabei wirksame Maßnahmen im persönlichen und sozialen Umfeld: ausreichend trinken, Schatten aufsuchen, körperliche Anstrengungen vermeiden sowie auf leichte Ernährung achten.

Besonders beeindruckten an diesem Vormittag die Beiträge der Schüler:innen. Den Auftakt machte ein berührender Film aus der Reihe „Kinder machen Kino“ und der Leitung von Bertram Knappitsch. Die Erstklässler:innen der Volksschule Körner in Klagenfurt zeigten darin, wie sich Menschen, Tiere und die Umwelt vor Hitze schützen können.

Die CHS Villach (4. Klasse Oberstufe) mit Professor Rauchberger präsentierte den Film „Coole Lösungen am Arbeitsplatz“. Dieser Film beleuchtet die Herausforderungen von Menschen, die täglich unter großer Hitze arbeiten – etwa Dachdecker:innen, Asphaltierer:innen oder Beschäftigte im Infrastrukturbereich. Ein besonderer Fokus liegt auf Gesundheitsberufen, insbesondere auf Mitarbeiter:innen in Krankenhäusern. Der Film zeigt die Belastungen dieser Berufsgruppen auf und stellt gleichzeitig mögliche Lösungsansätze vor.

Den Abschluss der Filmpräsentationen bildete die HTL Lastenstraße in Klagenfurt mit dem Projekt „GREENsChOOLENERGY“. Die Schule war mit überhitzten und stark versiegelten Flächen konfrontiert und entwickelte innovative Gegenmaßnahmen. Durch Begrünungs- und Bewässerungssysteme in Kombination mit verschiedenen Photovoltaik-Elementen konnte die Hitzebelastung reduziert werden. Gleichzeitig wird vor Ort erneuerbare Energie erzeugt.

Anschließend wurden aktuelle Aktivitäten im Bereich Hitzeschutz in Kärnten vorgestellt. Dabei standen praxisnahe Ansätze und Best-Practice-Beispiele im Mittelpunkt.

Das Projekt „Hitzekümmerer“ in Ferlach unterstützt während der Sommermonate besonders gefährdete Personen. Im Rahmen des Projekts werden unter anderem Einkäufe erledigt, Arztfahrten organisiert und Besuche durchgeführt. Ähnliche Unterstützung bietet die Pflegenahversorgung der Abt. Gesundheit des Landes Kärnten, die mittlerweile in 125 Kärntner Gemeinden etabliert ist. Im Zuge der Klimazeug:innen-Ausstellung des Klimabündnis Kärnten werden beide Initiativen künftig als Beispiele für gelebten Hitzeschutz auf Stoffbändern präsentiert.

Darüber hinaus verwies die Abteilung 8 – Umwelt, Energie und Naturschutz auf den Klimareport Kärnten sowie auf den Vorsorgecheck für Naturgefahren im Klimawandel für Gemeinden. Vertreter der Initiative „Grüne Krankenhäuser“ betonten die Bedeutung von Hitzeschutzinseln in Außenbereichen von Krankenhäusern sowie die Schaffung kühler Rückzugsräume im Inneren der Gebäude. Die Universität Klagenfurt und das Armutsnetzwerk Kärnten zeigten abschließend auf, dass insbesondere armutsgefährdete und von Einsamkeit betroffene Menschen durch zunehmende Hitze besonders belastet werden.

Diese Inputs bildeten zugleich die inhaltliche Grundlage für die anschließenden Tischgespräche im Format eines Weltcafés.

In kleinen Gruppen diskutierten die Teilnehmenden an mehreren Thementischen konkrete Fragestellungen: Wie können öffentliche Räume besser vor Hitze geschützt werden? Welche Maßnahmen helfen gegen Überhitzung in Wohnungen, Büros und öffentlichen Gebäuden? Wie können insbesondere ältere Menschen, Kinder und gesundheitlich beeinträchtigte Personen geschützt werden? Und wie lassen sich von Armut und Einsamkeit betroffene Menschen an Hitzetagen besser unterstützen?

Die Ergebnisse wurden dokumentiert, gemeinsam priorisiert und werden nun an die Landes- und Stadtpolitik weitergegeben.